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09. SEPTEMBER 2010 | AUSGABE 8
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Die Retterin: Elisabeth LeonskajaGlück im Unglück hatte LUCERNE FESTIVAL, als Leon Fleisher Anfang November sein Rezital absagen musste. Denn Elisabeth Leonskaja, die legendäre russische Pianistin, hatte gerade zum fraglichen Termin, zwischen Auftritten in London und Prag, noch eine Lücke in ihrem Kalender. Nun präsentiert sie in der «Salle blanche» ein Programm, das ausschliesslich Frédéric Chopin gewidmet ist, einem ihrer musikalischen «Hausgötter». Drei verschiedene Werkgruppen wird sie vorstellen: Neben zwei Nocturnes, diesen traumverlorenen, vom Ideal des Belcanto geprägten Nachtstücken, sind es drei Polonaisen, die sie aufführt – Chopins tönende Reverenz an seine polnische Heimat, in die er nach dem Warschauer Herbstaufstand von 1830 nicht mehr zurückkehren konnte. Mit ihrer Interpretation der Zweiten und der Dritten Klaviersonate aber beweist Elisabeth Leonskaja, dass Chopin nicht allein der geniale Schöpfer einer fragilen musikalischen «Porzellankunst» ist, sondern auch ein Meister der grossen Form. Claude Debussy hat es auf einen trefflichen Nenner gebracht: «Chopin ist der grösste von uns allen», sagte er einmal, «denn mit dem Klavier allein wusste er jedes Geheimnis zu entdecken.» Weitere Informationen und Karten |
Der Hexenmeister: Konstantin ScherbakovDie Legende lebt. Vor zwanzig Jahren, am 5. November 1989, starb Vladimir Horowitz, der russische Klavierzauberer, «der letzte Romantiker». Seine Kunst aber feiert ihre Wiederauferstehung, wenn Konstantin Scherbakov in die Tasten greift. Ein Programm, wie es Horowitz mit Vorliebe gespielt hätte, hat er für sein Luzerner Rezital zusammengestellt: mit Scarlattis geistreichen Sonaten am Anfang, mit Liszts abgründigem «Vallée d’Obermann» und der diabolischen «Schwarzen Messe» von Skrjabin im Zentrum – und mit der spektakulären Horowitz-Bearbeitung von Mussorgskys «Bildern einer Ausstellung» zum krönenden Abschluss. «Aus der Ferne war Horowitz einer meiner wichtigsten Lehrer; ich habe seine Aufnahmen intensiv studiert», bekennt Konstantin Scherbakov, in puncto Virtuosität selbst ein Hexenmeister par excellence. Der sich Horowitz gleichwohl aus anderem Grunde noch zum Vorbild nimmt: «Sein musikalischer Ausdruck kommt unmittelbar aus dem Herzen.» Weitere Informationen und Karten |
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Mister Moderne: Markus HinterhäuserBeethoven braucht keine Fürsprecher mehr und Mozart auch nicht. Aber was ist mit Morton Feldman, Giacinto Scelsi oder Iannis Xenakis? Dass Komponisten wie sie endlich die Aufmerksamkeit finden, die ihnen gebührt – das ist auch das Verdienst von Markus Hinterhäuser. Als Konzertchef der Salzburger Festspiele entführt er die Hörer auf ferne musikalische «Kontinente», von deren Existenz manch einer noch gar nichts wusste, und dabei «komponiert» er Programme, die Alt und Neu aufschlussreich verzahnen. Als Pianist wiederum stellt er die Klaviermusik «verkannter» Komponisten des 20. Jahrhunderts in aller Welt vor. Bei LUCERNE FESTIVAL am Piano ist es die vor drei Jahren verstorbene Schostakowitsch-Schülerin Galina Ustwolskaja, die «Mister Moderne» mit einer integralen Aufführung ihrer sechs Klaviersonaten würdigt: Werke, die von strengem Geist und unerbittlichem Willen künden, faszinierend, dunkel, radikal, und die ein tönendes Zeugnis ablegen von der höchsten Tugend der Musik – der Wahrhaftigkeit. Weitere Informationen und Karten |
Der Weltrekordler: Bernd GlemserSchneller, höher, weiter? Anders als der Sport veranstaltet die Klassik-Branche keine Olympiaden; sie vergibt auch keine Goldmedaillen und führt nicht Buch über immer neue Höchstleistungen. Wäre es anders, dann hätte Bernd Glemser die besten Chancen auf den Titel eines Weltrekordlers: Zwischen 1981 und 1987 ging der deutsche Pianist aus siebzehn internationalen Klavierwettbewerben in Folge als Sieger hervor – welcher Kollege könnte da schon mithalten? Bis heute hat sich Glemser, der noch während seines Studiums zum Professor berufen wurde und mittlerweile in Würzburg lehrt, seinen Ruf als «Mister Universum» unter den Virtuosen bewahrt. Beide Klavierkonzerte von Brahms, zwei der gefürchtetsten Werke überhaupt, führt er zum Beispiel an einem einzigen Abend auf – und bleibt dabei ganz entspannt. Einen Marathon der besonderen Art hat er sich für seine Matinee in Luzern vorgenommen: Dann wird Bernd Glemser Klavierminiaturen von Felix Mendelssohn und Frédéric Chopin einander gegenüberstellen – Perlen erlesenster Klavierkunst. Weitere Informationen und Karten |
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Piano Off-StageDas Klavier – ein Instrument nur für den Konzertsaal? Piano Off-Stage tritt den Gegenbeweis an, denn das «Festival im Festival» findet in den schönsten Bars und Restaurants von Luzern statt. Swing und Blues, Soul und Boogie-Woogie bei einem Drink und Kerzenschein, bis tief in die Nacht: Kann der November schöner sein? Zehn exquisite «Spielstätten» haben wir für Sie ausgewählt: die Hotels Des Balances, Hermitage, National, Palace, Radisson Blu, Schweizerhof, Seeburg, The Hotel und Wilden Mann sowie die Seebar im KKL Luzern. |